Bewahren, was Bestand hat. Weiterbauen, was Zukunft hat.

Fachwerk, Ziegel, Holz und Lehm prägen den Charakter des Hofes. Sie bilden die Grundlage für eine Sanierung, die historische Substanz respektiert und moderne Anforderungen dort integriert, wo sie sinnvoll und verträglich sind.
Nicht zurück in die Vergangenheit – sondern mit den Prinzipien traditioneller Architektur in die Zukunft.

Zwischen Geschichte und Gegenwart

Der Hof steht für eine Architektur, die nicht neu erfunden werden muss. Seine Form, seine Materialien und seine Proportionen sind über Generationen gewachsen und erzählen von einer Zeit, in der Gebäude aus dem entstanden, was vor Ort verfügbar war und handwerklich verarbeitet werden konnte.
Unser Ziel ist deshalb keine moderne Interpretation eines historischen Bauernhauses, sondern der möglichst authentische Erhalt und die behutsame Wiederherstellung des historischen Charakters.
Gleichzeitig soll der Hof auch heute ein guter Ort zum Leben sein. Moderne Haustechnik, zeitgemäßer Wohnkomfort und eine sinnvolle energetische Verbesserung werden dort eingesetzt, wo sie sich mit der historischen Bausubstanz vereinbaren lassen.

Eine Architektur mit regionalem Charakter

Der Hof liegt in Pommern und ist Teil einer Landschaft, deren ländliche Architektur über Jahrhunderte von Landwirtschaft, Klima, verfügbaren Baustoffen und regionalem Handwerk geprägt wurde.
Das Gebäude soll diesen regionalen Charakter wieder stärker sichtbar machen: Fachwerk, Holz, Ziegel, Lehm, Kalk und natürliche Oberflächen bilden die Grundlage der Gestaltung.
Dabei geht es nicht darum, jedes Bauteil künstlich alt aussehen zu lassen. Entscheidend sind die großen Zusammenhänge – die Proportionen des Gebäudes, die Gliederung der Fassaden, die Dachform, Fenster und Türen sowie die verwendeten Materialien.

Das Fachwerk als prägendes Element

Das Fachwerk ist nicht nur Konstruktion, sondern prägt wesentlich das Erscheinungsbild des Hauses.
Sichtbare Eichenbalken, traditionelle Gefache und natürliche Putze sollen wieder als zusammenhängendes architektonisches Bild wahrgenommen werden. Beschädigte Bauteile werden nach Möglichkeit erhalten und repariert. Wo eine Erneuerung notwendig ist, soll sie sich konstruktiv und gestalterisch am Bestand orientieren.
Auch bei der Sanierung gilt deshalb: Nicht möglichst viel erneuern, sondern möglichst viel erhalten.

Materialien, die zum Gebäude passen

Historische Gebäude funktionieren als Gesamtsystem. Deshalb betrachten wir einzelne Bauteile nicht isoliert.
Lehm, Holz, Kalk und Ziegel besitzen andere Eigenschaften als moderne Baustoffe. Sie nehmen Feuchtigkeit auf, geben sie wieder ab und verändern das Raumklima. Eine Sanierung muss diese Eigenschaften berücksichtigen, anstatt sie durch vollkommen andere Konstruktionen zu ersetzen.
Deshalb stehen natürliche und mineralische Materialien im Mittelpunkt der Sanierung. Lehmputz, Holz, Kalkoberflächen und traditionelle Ziegel sollen nicht nur historisch aussehen, sondern technisch sinnvoll mit der vorhandenen Bausubstanz zusammenarbeiten.

Historische Optik – ohne auf heutigen Komfort zu verzichten

Ein historisches Erscheinungsbild bedeutet nicht, moderne Technik vollständig auszuschließen.
Fenster können heute wesentlich bessere Wärmedämm- und Schallschutzeigenschaften erreichen als frühere Fenster, ohne dass sie wie moderne Kunststofffenster aussehen müssen. Eine moderne Heizungsanlage kann unsichtbar oder zurückhaltend integriert werden. Auch Dämmung, Sanitärtechnik, Elektroinstallation und andere technische Systeme lassen sich so planen, dass sie den Charakter des Gebäudes möglichst wenig beeinträchtigen.
Die Technik soll dem Gebäude dienen – nicht das Gebäude der Technik.

Proportionen statt Mode

Historische Architektur lebt von ihren Proportionen.
Fenstergrößen, Teilungen, Geschosshöhen, Dachneigung, Traufe, Türen und Fassadengliederung ergeben gemeinsam das Erscheinungsbild eines Hauses. Werden einzelne Elemente verändert, kann sich dadurch der Charakter des gesamten Gebäudes verändern.
Deshalb orientiert sich die Gestaltung möglichst am historischen Vorbild und nicht an kurzfristigen Trends.
Auch neue Bauteile sollen sich selbstverständlich in das bestehende Gebäude einfügen.

Sanieren statt verkleiden

Eine historische Bausubstanz muss nicht hinter einer neuen Oberfläche verschwinden, um heutigen Anforderungen gerecht zu werden.
Wo immer möglich, soll der vorhandene Bestand sichtbar, reparierbar und nachvollziehbar bleiben. Alte Balken, Dielen, Türen, Ziegel und andere Bauteile erzählen von der Geschichte des Hauses und sind zugleich Teil seiner Identität.
Die Sanierung versteht sich deshalb als Weiterbauen am Bestand – nicht als Neubau mit historischer Fassade.

Traditionell denken. Modern lösen.

Das eigentliche Spannungsfeld liegt nicht zwischen alt und neu.
Es liegt zwischen passenden und unpassenden Lösungen.
Eine traditionelle Bauweise kann heute sinnvoll sein. Eine moderne technische Lösung kann ebenso sinnvoll sein. Entscheidend ist, ob sie zum Gebäude, zu seinen Materialien und zu seiner Nutzung passt.
Genau diese Verbindung ist der Kern des Projekts Hof Pommern:
Historische Architektur bewahren, traditionelle Bauweisen verstehen und moderne Technik dort einsetzen, wo sie einen echten Mehrwert bietet.